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Verbraucherinitiative Bestattungskultur

Aachen, Waldfriedhof an der Monschauer Straße


Stadt Aachen, Grünanlagen, Friedhöfe, Kleingärten

Adresse:
Madrider Ring 20
52070 Aachen
Telefon: 0241 / 432-1871
Fax: 0241 / 432-1806
E-Mail: aachener.stadtbetrieb@mail.aachen.de
Internet: http://www.aachen.de


Beschreibung:
Aus: Aachener-Zeitung.de (11.03.2004)

Urne darf an den Baumwurzeln liegen

Aachen. «Baumbestattungen», die von deutschen Bischöfen wegen der Anonymisierung strikt abgelehnt werden, sind jetzt auch in Aachen erlaubt und sollen bald auf dem Waldfriedhof an der Monschauer Straße möglich sein.


«Nach dem neuen Bestattungsrecht in Nordrhein-Westfalen können wir diese Art der Urnenbeisetzung nun auch in Aachen anbieten», sagt Peter Maier, stellvertretender Chef des Aachener Stadtbetriebs, in dem das ehemalige Garten- und Friedhofsamt integriert ist.

Der Waldfriedhof eigne sich wegen seines großen und alten Baumbestandes ganz besonders und sei als erster Aachener Friedhof für die Baumbestattungen ausgesucht worden.

«Wir werden in der Nähe des dortigen kleinen Sees ein Gelände ausweisen», so Maier, der betont, dass es sich bei der Baumbestattung um eine völlig anonyme Beerdigungsart handele. Es sei auf keinen Fall möglich, den Baum mit einem Namensschild und den Lebensdaten des Verstorbenen zu kennzeichnen.

«Wir werden verschiedene große Bäume aussuchen. Wenn die Urne angeliefert wird, werden unsere Mitarbeiter ganz vorsichtig im direkten Wurzelbereich des Baumes ein Grab öffnen, ohne die Wurzeln zu beschädigen. Dort wird die Urne mit der Asche des Verstorbenen eingelassen.»

Ganz wichtig und zwingend vorgeschrieben sei eine Urne, die sich im Laufe der Zeit auflöse. Für die Angehörigen bestehe kein Recht auf einen bestimmten Baum. Er werde von den Fachleuten des Aachener Stadtbetriebs ausgesucht.

Der Erwerb eines Rechtes für eine Baumbestattung ist relativ teuer. Während bei der Bestattung in «normalen» Urnengräbern sehr viele Arbeiten mit Maschinen gemacht werden können, ist bei den Bestattungen in Baumgräbern sehr viel Handarbeit und höchste Aufmerksamkeit erforderlich, um die Baumwurzeln nicht zu schädigen.

700 Euro kostet daher die Genehmigung zur Baumbestattung, die eigentliche Beisetzung der Urne kostet nochmals 225 Euro. Mit dem erforderlichen Bestattungsgehilfen macht das alles in allem 979 Euro. «Diese Art der Bestattung ist in Aachen noch völlig neu und unbekannt, dennoch haben wir bereits eine ernsthafte Anfrage auf dem Tisch», sagt Maier.

In die gleiche Richtung geht ein Vortrag der «Friedwald GmbH» am kommenden Dienstag im Umweltausschuss um 17 Uhr im Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße: Das Unternehmen, das in Bad Laasphe am Rothaarsteig ab dem 18. März den ersten «Friedwald» in Deutschland privat betreibt, will das Konzept der Baumbestattungen den Mitgliedern des Umweltausschusses vorstellen.

In einem privaten Waldstück sollen auf gleiche Art und Weise Urnen beigesetzt werden. Auf Wunsch ist es ebenso möglich, die Asche des Verstorbenen ohne Urne direkt in die Graböffnung am Fuße des Baumes der Erde zu übergeben. Dort besteht auch die Möglichkeit, Gedenktafeln zu errichten.



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